leichter lebenEin Service der Praxis Schlarmann

GEWICHTSBERATUNG · PRAXIS DR. SCHLARMANN

Information zur medikamentösen Behandlung

Gut informiert in Ihr ärztliches Gespräch: Hier finden Sie die wichtigsten Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Warnzeichen auf einen Blick.

Stand: 11.10.2026 · Fassung A-2026-10-11-5

Information vor der Behandlung
Ihre Kenntnisnahme ist noch keine Einwilligung in eine Behandlung. Die individuelle Aufklärung, Gelegenheit zu Rückfragen und Entscheidung erfolgen mit der Ärztin oder dem Arzt. Bitte lassen Sie sich eine Kopie der vereinbarten Behandlung und der Aufklärungsunterlagen geben.

RISIKEN VERSTEHEN

Nebenwirkungen

Die Auswahl zeigt wichtige Beschwerden und Risiken. Häufigkeit und Schwere sind nicht dasselbe: Auch eine seltene Nebenwirkung kann dringende Hilfe erfordern.

So lesen Sie die Prozentangaben

Sehr häufig: mindestens 10 % · Häufig: 1 bis unter 10 % · Gelegentlich: 0,1 bis unter 1 % · Selten: 0,01 bis unter 0,1 % · Sehr selten: unter 0,01 %.

Die Angaben gelten jeweils für die einzelne Nebenwirkung, nicht für die ganze Tabellenzeile. „Nicht bekannt“ bedeutet, dass keine verlässliche Prozentangabe möglich ist. Die Zahlen beschreiben Patientengruppen und sind keine Vorhersage Ihres persönlichen Risikos.

Wegovy-Spritze Semaglutid · wöchentliche Injektion

Ausgewählte Nebenwirkungen · Wegovy-Spritze
NebenwirkungHäufigkeit
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen; Kopfschmerzen, Erschöpfung≥ 10 %
Sehr häufig
Sodbrennen, Blähungen, Aufstoßen, Schwindel, Gallensteine, Haarausfall1 bis < 10 %
Häufig
Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie)1 bis < 10 %
Häufig
Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), verzögerte Magenentleerung0,1 bis < 1 %
Gelegentlich
Schwere allergische Reaktion, Schwellung von Haut oder Schleimhäuten (Angioödem)0,01 bis < 0,1 %
Selten
Durchblutungsstörung des Sehnervs (NAION), möglicher Sehverlust< 0,01 %
Sehr selten
DarmverschlussNicht bekannt

Quelle: EMA: Wegovy, Fachinformation Abschnitt 4.8 (Spritze und Tablette). Die Darreichungsformen sind nicht beliebig austauschbar. Anwendung und Dosierung werden individuell besprochen.

Wegovy-Tabletten Semaglutid · tägliche Einnahme

Die folgenden konkreten Zahlen stammen aus der 64-wöchigen Studie OASIS 4 mit oralem Semaglutid (Zieldosis 25 mg täglich) bei Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas. Sie gelten nicht automatisch für jede Dosis oder für die Spritze. Zum Einordnen steht die Häufigkeit unter Placebo jeweils in Klammern.

Ausgewählte Nebenwirkungen · Wegovy-Tabletten
NebenwirkungHäufigkeit
Übelkeit46,6 % (Placebo: 18,6 %)
Erbrechen30,9 % (Placebo: 5,9 %)
Verstopfung20,1 % (Placebo: 9,8 %)
Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie)18,1 % (Placebo: 8,8 %)
Durchfall17,6 % (Placebo: 8,8 %)
Bauchschmerzen16,7 % (Placebo: 7,8 %)
Haarausfall6,4 % (Placebo: 2,0 %)
Gallensteine2,5 % (Placebo: 1,0 %)
Kopfschmerzen, Erschöpfung≥ 10 %
Sehr häufig laut Fachinformation
Sodbrennen, Blähungen, Aufstoßen, Schwindel1 bis < 10 %
Häufig
Pankreatitis, verzögerte Magenentleerung0,1 bis < 1 %
Gelegentlich
Schwere allergische Reaktion, Angioödem0,01 bis < 0,1 %
Selten
Sehnervschädigung (NAION)< 0,01 %
Sehr selten
DarmverschlussNicht bekannt

Quelle: EMA: Wegovy-Tabletten, Fachinformation Abschnitt 4.8. Prozentbereiche stammen aus der Häufigkeitstabelle der Fachinformation; sie sind nicht ausschließlich aus OASIS 4 abgeleitet. Spritze und Tablette nicht eigenständig austauschen. Die Gegenanzeigen und Warnzeichen weiter unten gelten auch für die Tabletten.

Mounjaro Tirzepatid · wöchentliche Spritze

Ausgewählte Nebenwirkungen · Mounjaro beim Gewichtsmanagement
NebenwirkungHäufigkeit
Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung≥ 10 %
Sehr häufig
Sodbrennen, Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Aufstoßen, Müdigkeit, Haarausfall, Reaktionen an der Einstichstelle1 bis < 10 %
Häufig
Überempfindlichkeit, etwa Hautausschlag; Schwindel, niedriger Blutdruck1 bis < 10 %
Häufig
Gallensteine, Gallenblasenentzündung, Pankreatitis, verzögerte Magenentleerung0,1 bis < 1 %
Gelegentlich
Schwere allergische Reaktion, Angioödem0,01 bis < 0,1 %
Selten
Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen≥ 10 %
Sehr häufig in dieser Kombination

Quelle: EMA: Mounjaro, Fachinformation Abschnitt 4.8. Die Häufigkeiten einzelner Beschwerden unterscheiden sich je nach behandelter Erkrankung und Begleitmedikation.

Für beide Arzneimittel wichtig: Erbrechen und Durchfall können zu Flüssigkeitsmangel und Nierenproblemen führen. Bei Diabetes sind Unterzuckerungen und bestehende Netzhauterkrankungen besonders zu beachten. Nennen Sie deshalb alle Medikamente und Vorerkrankungen. Bitte keine eigenständige Dosissteigerung, Kombination oder Umstellung vornehmen.

VOR DER ANWENDUNG KLÄREN

Kontraindikationen

Gegenanzeigen bedeuten: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden. Davon zu unterscheiden sind weitere Anwendungsbeschränkungen und Situationen, in denen eine individuelle ärztliche Prüfung nötig ist.

Gegenanzeigen und wichtige Anwendungsbeschränkungen
SituationWegovy
Spritze & Tabletten
Mounjaro
Allergie gegen Wirkstoff oder Bestandteile
Gegenanzeige
Nicht anwenden.Nicht anwenden.
Schwangerschaft / Kinderwunsch
Anwendungsbeschränkung
Nicht in der Schwangerschaft anwenden. Mindestens 2 Monate vor geplanter Schwangerschaft absetzen.In der Schwangerschaft nicht empfohlen; bei Schwangerschaft absetzen. Mindestens 1 Monat vor geplanter Schwangerschaft absetzen.
Stillzeit
Gesondert beurteilen
Nicht anwenden.Anwendung kann nach individueller ärztlicher Abwägung in Betracht kommen.

Grundlage: die oben verlinkten EMA-Fachinformationen, Abschnitte 4.3 und 4.6. Das Absetzen bei Kinderwunsch bitte ärztlich abstimmen.

Besondere Vorsicht und ärztliche Prüfung

Bitte vor Behandlungsbeginn ansprechen
SituationWas wichtig ist
Frühere Pankreatitis, Gallenblasenerkrankung, schwere MagenentleerungsstörungVorgeschichte und Beschwerden ärztlich beurteilen lassen. Bei Verdacht auf akute Pankreatitis keine weitere Dosis vor Abklärung; bei Bestätigung nicht wieder beginnen.
Nieren- oder Lebererkrankung; diabetische NetzhauterkrankungSchweregrad, Eignung des konkreten Arzneimittels und notwendige Kontrollen klären.
Insulin, Sulfonylharnstoffe oder weitere MedikamenteUnterzuckerungsrisiko und Wechselwirkungen prüfen. Bei Gerinnungshemmern oder Digoxin können zusätzliche Kontrollen nötig sein. Andere GLP-1-Mittel nicht eigenständig kombinieren.
Geplante Narkose oder tiefe SedierungDas Behandlungsteam vorab informieren: verzögerte Magenentleerung kann das Einatmen von Mageninhalt begünstigen.

Bitte nennen Sie auch Allergien, Nahrungsergänzungsmittel und frühere Nebenwirkungen. Bei Erbrechen oder Durchfall kann die Zuverlässigkeit der Pille beeinträchtigt sein; beachten Sie deren Gebrauchsinformation.

03 · RICHTIG REAGIEREN

Bei diesen Warnzeichen nicht warten

  • 112 rufen: Atemnot, Schwellung von Zunge oder Rachen, Bewusstlosigkeit oder andere lebensbedrohliche Symptome.
  • Sofort medizinisch abklären: starke anhaltende Bauchschmerzen, besonders mit Ausstrahlung in den Rücken; anhaltendes Erbrechen, kaum Flüssigkeitsaufnahme oder stark verminderter Urin.
  • Sehverlust oder rasch schlechteres Sehen: unverzüglich ärztlich beziehungsweise augenärztlich abklären lassen. Bei bestätigter NAION wird Semaglutid abgesetzt.
  • Zeitnah Rücksprache halten: wiederholte Unterzuckerungen, ausgeprägte Verstopfung, neue Schwangerschaft oder andere neue Beschwerden.

Was wir gemeinsam entscheiden

Ob ein Arzneimittel für Sie geeignet ist, richtet sich nach Ihrer Untersuchung, Vorgeschichte, Begleiterkrankungen und den jeweils zugelassenen Anwendungsgebieten. Ernährung, Bewegung und Verhaltensänderungen bleiben Bestandteile der Betreuung. Andere Möglichkeiten sind eine strukturierte Ernährungstherapie, psychologische Unterstützung, andere Arzneimittel oder – bei entsprechender Indikation – eine operative Behandlung. Auch die Entscheidung gegen eine medikamentöse Behandlung ist möglich.

Besprechen Sie Ziele, realistische Erfolgsaussichten, Behandlungsdauer, Verlaufskontrollen, Kosten und das Vorgehen bei Nebenwirkungen. Ein bestimmter Gewichtsverlust wird nicht garantiert. Gewicht kann nach Beendigung einer Therapie wieder zunehmen. Anwendung und Dosis werden individuell festgelegt; bitte keine eigenständige Dosissteigerung, Kombination oder Umstellung vornehmen.

Was vor und während der Behandlung wichtig ist

Bitte nennen Sie alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Allergien sowie bestehende Erkrankungen, frühere Nebenwirkungen und geplante Eingriffe. Vorhandene Befunde und Laborwerte helfen bei der Entscheidung. Notwendige Untersuchungen und Kontrollen werden individuell vereinbart. Die vollständige Packungsbeilage des tatsächlich verordneten Arzneimittels bleibt maßgeblich; dieser Bogen führt nicht jede mögliche Nebenwirkung auf.

Besonderheiten der Videosprechstunde

Für gebuchte Termine wird der Videozugang über den angebundenen T2med-Videodienst erstellt. Nach bestätigter Buchung wird die Einladung an Ihre Kontaktdaten versendet. Suchen Sie einen ungestörten Raum auf und halten Sie Ausweis, Versicherungskarte und Medikamentenplan bereit. Der Arzt prüft Identität, aktuellen Aufenthaltsort und Erreichbarkeit. Eine körperliche Untersuchung ist per Video nur begrenzt möglich. Bei technischen Problemen oder medizinischem Bedarf kann ein Präsenztermin erforderlich werden. Das Gespräch soll nicht aufgezeichnet werden. Die konkreten Angaben zum eingesetzten Videodienst erhalten Sie vor der Nutzung.

Die digitale Lesebestätigung dokumentiert lediglich, dass Sie diese Informationen zur Kenntnis genommen haben. Unklare Punkte können Sie im Fragebogen notieren und im Gespräch klären.